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Nach der Reha

Das Leben in der Rehabilitationsklinik ist ein geschützter Raum, fernab des gewohnten Umfelds und des bisherigen Alltags. Alles dreht sich um das Kind, mit dem Ziel, seine Gesundheit bestmöglich wiederherzustellen, und mit der Hoffnung auf Entwicklung.

Irgendwann stellt sich die Frage, was danach werden soll. Irgendwann entscheiden die Krankenkasse oder Sie selbst, dass die Zeit der stationären Rehabilitation vorüber ist. Dann stellen sich neue Fragen. Wie kann es weitergehen und wo soll ihr Kind zukünftig leben?

Es gibt verschiedene Wege, die Sie bei der Versorgung Ihres Kindes gehen können. Einige Möglichkeiten zeigen die folgenden Beispiele, die an reale Fälle aus unserer Beratungspraxis angelehnt sind (Namen und einige Details sind verfremdet, um die Anonymität der Familien zu wahren). Welcher Weg für Sie und Ihr Kind der richtige ist, können Sie selbst am besten entscheiden. Für diese Entscheidung gibt es aber Hilfe und wichtige Informationen, die wir Ihnen hier zusammengestellt haben.

Name Charlotte

Bei Charlotte, elf Jahre alt, kam es durch einen Asthmaanfall zu Sauerstoffunterversorgung. Nach vielen Monaten Rehabilitation ist sie jetzt wieder zu Hause. Das Haus wurde während ihrer Abwesenheit entsprechend ihren Bedürfnissen umgebaut. Dafür hat die Familie unter anderem die Mittel der Pflegeversicherung eingesetzt. Charlottes Mutter übernimmt die Pflege des Kindes größtenteils allein und hat dafür ihre Berufstätigkeit aufgegeben. Die Familie nimmt verschiedene Entlastungsangebote wahr, so zum Beispiel Kurzzeitpflege oder Hospizaufenthalte.

Name Nuri

Nuri, inzwischen vier Jahre alt, hatte kurz nach ihrer Geburt eine OP mit einem Narkose-Zwischenfall. Danach war sie lange mit ihrer alleinerziehenden Mutter in der Rehabilitationsklinik. Als die Entlassung anstand, hatte ihre Mutter Sorge, wie sie die schwerbehinderte Tochter zu Hause alleine pflegen soll. Die Idee, ihre Tochter stationär unterzubringen, widerstrebte ihr anfänglich. Dann fand sie aber eine gute Einrichtung und entschied sich, dass Nuri erst einmal dort leben sollte. Nach zwei Jahren konnte sie ihren Alltag so organisieren, dass sie Nuri zu sich nach Hause holen konnte. Unterstützung bei der Versorgung ihres Kindes erhält sie von einem Pflegedienst.

Name Marlene

Marlene ist fünf Jahre alt. Sie hatte mit zwei Jahren einen Beinahe-Ertrinkungsunfall. Zu dieser Zeit gab es in ihrer Familie viele andere Veränderungen. Da die Familie nahe einer spezialisierten Einrichtung für Kinder mit schweren Behinderungen lebt, hat sie deswegen dort einen Platz für Marlene gesucht. Marlene erhält regelmäßig Besuch von ihrer Familie und verbringt Feiertage und andere besondere Anlässe zu Hause. Nächstes Jahr wird Marlene von der Einrichtung aus täglich zur Schule gefahren.

Name Theo

Theo hatte als Kind einen schweren Verkehrsunfall mit Schädel-Hirn-Trauma. Seitdem pflegten seine Eltern ihn zu Hause. Nun ist er volljährig und in eine Pflege-WG mit anderen pflegebedürftigen jungen Erwachsenen umgezogen. Diese Wohngemeinschaft haben seine Eltern zusammen mit anderen Eltern gegründet, die sie aus Theos Schule kennen.

Illustration Vesorgungsmodelle

Diese Beispiele zeigen: Es gibt mehr Versorgungsmöglichkeiten als nur die Alternative zwischen „zu Hause“ oder „in einem Heim“ – und es ist nicht nur möglich, sondern auch durchaus üblich, eine Entscheidung erst einmal für einen gewissen Zeitraum zu treffen und sie dann nach und nach an die veränderten Lebensumstände anzupassen.

Sie haben vielleicht bereits ein Bauchgefühl oder eine Tendenz, wie Sie sich Ihr Leben nach der Rehabilitationsklinik vorstellen. Mit den folgenden Informationen möchten wir Ihnen helfen, eine passende Lösung für sich und Ihr Kind zu finden und Fragen und Zweifel fundiert abzuwägen. Wir stehen Ihnen darüber hinaus auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch zur Seite und sind gerne für Sie da.

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