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Den Überblick behalten

Finanziell stabil bleiben

Wenn ein Kind pflegebedürftig wird, ist das für seine Familie oft mit höheren Ausgaben bei sinkenden Einkünften verbunden. Der Staat stellt zum Ausgleich verschiedene finanzielle Unterstützungsleistungen zur Verfügung. 

Dazu gehören Leistungen der Pflegeversicherung, die Ihrem Kind aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit bzw. Ihnen in der Rolle als pflegende Angehörige zustehen. Außerdem haben Sie Anspruch auf Leistungen zum Lebensunterhalt, wenn Ihre Erwerbstätigkeit eingeschränkt ist und Sie nicht ganz allein aus eigenem Erwerbseinkommen den Lebensunterhalt bestreiten können. Hinzu kommen noch ergänzende Leistungen, die Sie finanziell entlasten.

Illustration Finanziell mobile
 
Diese Leistungen können in drei unterschiedlichen Formen zur Verfügung stehen:
  • Eine Geldleistung, hier verfügbares Entgelt genannt, ist eine Leistung, die auf Ihr Konto überwiesen wird (zum Beispiel das Pflegegeld).
  • Eine Sachleistung wird nicht auf Ihr Konto überwiesen, sondern bleibt auf dem Konto des Kostenträgers (hier der Pflegeversicherung). Sie haben keinen direkten Zugriff auf das Geld, können aber in der Höhe, die Ihnen zugwiesen wurde, Leistungen durch Dritte in Anspruch nehmen. Nehmen Sie einen Teil dieser Leistung in Anspruch, indem Sie zum Beispiel einen Pflegedienst beauftragen, vormittags die Körperpflege Ihres Kindes zu übernehmen, rechnet der Kostenträger direkt mit dem Pflegedienst ab. Ihren "Kontostand" können Sie beim Kostenträger erfragen.
  • Eine finanzielle Entlastung bezeichnet eine Vergünstigung, die Ihnen bzw. Ihrem Kind aufgrund der Pflegebedürftigkeit, festgestellten Behinderung oder seiner Bedarfe zusteht. Für bestimmte Leistungen oder Dienste müssen Sie weniger als üblich zahlen, um Ihre besondere finanzielle Belastung auszugleichen 

Auf die besondere Form des Persönlichen Budgets weisen wir Sie hier hin. Dies ist eine Form, die Ihnen mehr Selbständigkeit gibt und Ihnen ermöglicht, Sachleistungen in Geldleistungen umzuwandeln und hieraus die entsprechenden Hilfen für Ihr Kind selbst „einzukaufen“.

 
Leistungen der Pflegeversicherung

Mit der Einstufung Ihres Kindes in einen Pflegegrad geht ein Anspruch auf Pflegeleistungen einher.

Sie können entscheiden, ob Sie Pflegegeld, Pflegesachleistung oder die Kombinationsleistung aus beidem erhalten möchten.

Pflegegeld bzw. -sachleistung sind je nach Pflegegrad unterschiedlich hoch. Die Beträge von Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege sowie für den Entlastungsbetrag sind festgelegt und nicht variabel.

 
Leistungen zum Lebensunterhalt 

Leistungen zum Lebensunterhalt stehen Ihnen zur Verfügung, wenn Sie vorübergehend weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Wenn Ihr Einkommen dadurch unter einer bestimmten Obergrenze liegt, können Sie staatliche Leistungen beantragen.

Diese Leistungen können z. B. Wohngeld oder Grundsicherung für Erwerbslose/ALG II sein. Auch Ihr pflegebedürftiges Kind erhält, wenn es volljährig wird, Hilfe zum Lebensunterhalt: Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

 
Ergänzende Leistungen

Es gibt ergänzende Leistungen, um individuellen Besonderheiten gerecht zu werden. Sie stehen nicht automatisch allen zur Verfügung, sondern müssen im Einzelfall geprüft werden. Dazu zählen:

  • Nachteilsausgleiche: Es gibt viele Nachteilsausgleiche. Einige davon bestehen grundsätzlich, wenn eine Schwerbehinderung anerkannt ist (z. B. Steuervergünstigungen oder kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs). Andere sind auf individuelle Einschränkungen ausgerichtet und ergeben sich aus den Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Eine ausführliche Liste von Nachteilsausgleichen erhalten Sie bei Integrationsämtern.
  • Zuzahlungsbefreiungen für Arznei- und Hilfsmittel sowie für Therapien: Kinder und Jugendliche sind grundsätzlich von diesen Zuzahlungen ausgenommen; für Volljährige müssen die Zuzahlungskosten bis zu einer Belastungsgrenze selbst übernommen werden.
  • Eingliederungshilfe dient der besonderen Aufgabe, Behinderungen zu vermeiden oder deren Folgen zu mildern und Menschen mit Behinderung die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Entsprechend dem großen Aufgabengebiet gibt es Leistungen der Eingliederungshilfe in sehr vielfältigen Formen.

    Leistungen der Eingliederungshilfe sind teilweise einkommensabhängig, das heißt, einen Anspruch auf diese Leistung hat der Empfänger nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze. 

Gut zu wissen:

Ein Eingliederungshilfeträger kann je nach Region ein Landkreis, Landschaftsverband o. ä. sein. Bitte informieren Sie sich, welche Stelle in Ihrer Region für die Bewilligung von Leistungen der Eingliederungshilfe zuständig ist. Die Behörden sind unabhängig davon gesetzlich dazu verpflichtet, Ihren Antrag an die jeweils zuständige Stelle weiterzuleiten.

  • Eingliederungshilfe gibt es in zwei Formen:
    • Einkommensunabhängig – z. B. bei Frühförderung, Kindergarten, Schule
    • Einkommensabhängig – z.B. bei Assistenzleistungen oder Leistungen zur Mobilität
  • Hilfe zur Pflege ist je nach Alter oder Eintreten der Behinderung eine Leistung der Eingliederungshilfe oder der Sozialhilfe. Menschen, bei denen von Geburt an oder vor Erreichen des Rentenalters eine Behinderung eingetreten ist, erhalten durch die Eingliederungshilfe auch Hilfe zur Pflege. Damit gelten für diese Menschen die günstigeren Einkommens- und Vermögensgrenzen der Eingliederungshilfe (im Vergleich zu den Einkommens- und Vermögensgrenzen der Sozialhilfe).

    Hilfe zur Pflege kann etwa ergänzend zu Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden, wenn diese nicht ausreichen und anfallende Kosten nicht aus eigenen Mitteln gezahlt werden können (z.B. Kosten für einen Heimplatz, Kurzzeitpflege etc.).

 

Persönliches Budget
 

Das sogenannte persönliche Budget ermöglicht Ihnen, die Ihrem Kind zustehenden Leistungen selbstbestimmter zu verwalten. Sie erhalten dann anstelle bestimmter Sachleistungen den entsprechenden Betrag (der normalerweise zwischen Kostenträger und Leistungserbringer abgerechnet wird) als Geldleistung auf Ihr Konto und können den Leistungserbringer selbst auswählen, mit ihm verhandeln und ihn bezahlen. Sie dürfen dieses Geld ausschließlich zweckgebunden einsetzen und müssen dies lückenlos belegen. Sie sind flexibler und selbstbestimmter, haben aber auch den Verwaltungsaufwand selbst zu tragen.

Wollen Sie zum Beispiel die Pflegesachleistung selbst verwalten und Pflegekräfte selber auswählen und anstellen, müssen Sie das bei der Pflegeversicherung beantragen. Sie können auch mehrere Leistungen gleichzeitig selbst verwalten.

Das persönliche Budget steht jedem Menschen mit Behinderung oder dessen Vertreter zu. Bei Interesse empfehlen wir Ihnen, eine ausführliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

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