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In der Reha

Frührehabilitation — was heißt das?

„Die Frührehabilitation ist ein Glied in der Rehabilitationskette, welches an die Akutphase auf der Intensivstation anschließt.“

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Intensive Versorgung Ihres Kindes

In der Frührehabilitation ist Ihr Kind von vielen verschiedenen Berufsgruppen umgeben: von Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Pflegekräften, Heilerziehungspflegern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern/-pädagogen, Psychologen und möglicherweise noch weiteren wie etwa Musiktherapeuten. All diese Menschen arbeiten zusammen in einem großen Team und ergänzen einander, um Ihr Kind medizinisch, pflegerisch und therapeutisch zu versorgen. Aufgrund der besonders intensiven Versorgung gilt die Frührehabilitation auch als „Intensivbereich der Rehabilitationsklinik“.

Therapie und Pflege

Wahrscheinlich erhält Ihr Kind täglich oder mehrmals in der Woche Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie; manche Kliniken bieten darüber hinaus weitere Therapien wie beispielsweise Musiktherapie oder tiergestützte Therapie an. Bei einigen Therapiestunden wird es begrüßt, wenn Sie als Eltern mit teilnehmen. Sie kennen Ihr Kind wie kein anderer und wissen um seine Vorlieben, Interessen und Abneigungen. Mit diesem Wissen können Sie helfen, Therapieelemente zu erarbeiten, die Ihr Kind ganz persönlich ansprechen. Andere Therapiestunden finden ohne Begleitung der Eltern statt. Sprechen Sie mit den Therapeuten, wann Ihre Anwesenheit sinnvoll ist, wann weniger.

Neben den Therapien ist der Alltag Ihres Kindes in der Frührehabilitation von der medizinischen und pflegerischen Versorgung bestimmt. Der Anteil dieser Tätigkeiten kann gegenüber den Therapiemaßnahmen vergleichsweise hoch erscheinen. Doch viele pflegerische Tätigkeiten haben auch einen therapeutischen Charakter. So bietet das Waschen oder das Verändern der Lage im Bett beispielsweise immer auch einen sensorischen Reiz, der Ihrem Kind Wahrnehmung ermöglicht. 

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Vielleicht haben Sie den Wunsch, manche pflegerischen Tätigkeiten wie das Waschen selbst zu übernehmen. Sprechen Sie die Pflegekräfte an; diese sind in der Regel gerne bereit, Sie in der Pflege anzuleiten.

Manchmal denken Eltern: „Je mehr und intensiver das Kind behandelt wird, desto schneller stellen sich Erfolge ein. Das ist eine verständliche Vorstellung. […] Nun aber beginnt eine neue Behandlungsphase, bei der es auch darauf ankommt, das verletzte Gehirn nicht zu überlasten und auf ein gesundes Verhältnis von Anspannung und Entspannung zu achten. Weniger ist deshalb manchmal mehr.“

Wie die individuellen Rehabilitationsziele aussehen und welche Maßnahmen dafür in welchem Umfang eingesetzt werden, ist auf die Situation und Bedürfnisse Ihres Kindes zugeschnitten und wird regelmäßig im Verlauf der Rehabilitation überprüft.

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