Lumia Stiftung

In der Reha

Praktische Anleitungen

Über Ihre Intuition hinaus, die Ihnen sagt, was Ihr Kind braucht und ihm guttut, können vielleicht konkrete, anschauliche Tipps und Ideen hilfreich sein.

In der Broschüre „Informationen für Angehörige von Menschen im Koma und Wachkoma“ zeigt der Arzt Andreas Zieger verschiedene Möglichkeiten auf, wie Sie Ihrem Kind Kommunikationsangebote machen können.

Daraus möchten wir Ihnen zwei Beispiele zur Anregung der Sinne vorstellen und zugleich darauf hinweisen, diese immer nur in Absprache mit den behandelnden Therapeuten durchzuführen.

Die komplette Broschüre kann bei der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung kostenlos bestellt werden: www.hannelore-kohl-stiftung.de

Gefühl

Methode
  • Sagen Sie immer, welchen Körperteil Ihres Kindes Sie mit welchem Gegenstand oder Körperteil berühren.
  • Berühren Sie Schultern, Arme, Hände, Stirn und Gesicht – Letzteres besonders vorsichtig!
  • Atmen Sie mit Ihrem Kind, indem Sie Ihre Hände auf seinen Brustkorb legen.
  • Variieren Sie Dauer und Intensität der Berührung.
Beobachten
  • Veränderungen der Körper- und Gesichtsspannung
  • Kau-, Schmatz-, Mund- und Lippenbewegungen
  • angedeutete Bewegungen mit Körperteilen
  • Antworten durch Schlucken, Töne oder Stimme
  • In frühen Phasen können auch zuerst lediglich vegetative „Regungen“ auftreten wie Veränderung der Atmung, der Herzfrequenz oder der Hautfarbe.
Illustration Gefühl
Nehmen Sie zum Beispiel
  • Gewebe, weiche Baumwolle, Stoffe, raue Wolle, harte Schwämme, nasse Stoffstücke, warmes oder kaltes Wasser, Ihre Hände, Lippen
  • gewohnte Gegenstände aus dem Familienleben: Lebensmittel, Pinsel, Ball, Schlüssel, Haarbürsten
  • Halten Sie die Hände, streicheln Sie das Gesicht, die Arme, die Schultern, die Brust, den Bauch.
  • Betasten und bestreichen Sie gemeinsam mit einer Hand Ihres Kindes sein Gesicht und benennen Sie alle Körperteile, die Sie mit ihm zusammen berühren: Nase, Mund, Stirn, Wange, Augenbraue, Ohren, Kopf, Haare, Brust, Schulter, Bauch usw.
  • Sie können dann das Gleiche auch umgekehrt tun, indem Sie mit Ihrem Kind zusammen Ihr eigenes Gesicht usw. betasten, wobei Sie ihm sagen, wo es sich gerade befindet und was Sie spüren.
Achtung!
  • Die Haut ist gewöhnlich sehr empfindlich. Schauen Sie nach Rötungen, Hautreizungen, Druckstellen, Prellungen, Schrammen und Wunden. Benachrichtigen Sie unverzüglich das Pflegepersonal, wenn Sie irgendeine Auffälligkeit entdecken. Vor allem muss ein Wundliegen Ihres Kindes unbedingt vermieden werden.

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