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Langzeitentlastung

Verhinderungspflege

Sie haben einen Anspruch auf Verhinderungspflege, wenn Sie die Pflege Ihres Kindes zeitweise nicht leisten können. Als Gründe für „Verhinderung“ gelten viele verschiedene Anlässe: ein Termin, eine Urlaubsreise, eigene Krankheit …

Die Begriffe „Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson“, „Verhinderungspflege“ und „Ersatzpflege“ werden oft synonym verwendet und beziehen sich auf die in § 39 des Sozialgesetzbuchs 11 (SGB XI) festgeschriebene gesetzliche Leistung der Pflegekasse. Im Folgenden verwenden wir den Begriff Verhinderungspflege. 

Voraussetzung ist, dass Sie Ihr Kind bereits 6 Monate zu Hause gepflegt haben und mindestens eine Einstufung in Pflegegrad 2 besteht.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die Leistung nutzen können:
  • Jemand kommt zu Ihnen nach Hause und übernimmt die Pflege Ihres Kindes. Dies können professionelle Pflegekräfte, aber auch Verwandte, Nachbarn oder Freunde sein.
  • Ihr Kind wird vorübergehend in einer Einrichtung, beispielsweise in einem Kinderpflegeheim, versorgt und gepflegt.
  • Ihr Kind wird durch einen Familienentlastenden Dienst oder ein Freizeitangebot für Menschen mit Behinderungen betreut.
Illustration Familienentlastender Dienst
Dauer

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten der Verhinderungspflege für längstens 6 Wochen (42 Tage) im Jahr und bis zu einem festgelegten Höchstbetrag.

Höhe der Leistungen

Welcher Betrag für die Verhinderungspflege jährlich zur Verfügung steht, hängt davon ab, ob ein Verwandtschaftsverhältnis bis zum 2. Grad zwischen Ihrem Kind und der Ersatzpflegeperson besteht (dazu zählen Eltern, Geschwister und Großeltern) und ob die Person mit in der häuslichen Gemeinschaft lebt.

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten
  1. bis zu einem Betrag von 1.612 Euro, wenn die Ersatzpflegeperson mit Ihrem Kind nicht bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert ist und nicht mit in der häuslichen Gemeinschaft lebt, oder
  2. bis zur Höhe des 1,5-fachen Betrags des Pflegegeldes des jeweiligen Pflegegrades (zum Beispiel bei Pflegegrad 5: 1.351,50 Euro), wenn die Ersatzpflegeperson mit Ihrem Kind bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert ist oder mit in der häuslichen Gemeinschaft lebt.

Der Anspruch auf Verhinderungspflege ist also in zweifacher Hinsicht begrenzt – in Bezug auf die Dauer und auf einen Höchstbetrag.

Ergänzend kann die Verhinderungspflege um maximal die Hälfte des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege (806 Euro, Dauer und Höhe der Kurzzeitpflege) erhöht werden, sofern diese Mittel noch nicht in Anspruch genommen wurden. Man spricht in dem Fall von Umwidmung. Dies gilt aber nur, wenn die Ersatzpflegeperson nicht mit Ihrem Kind bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert ist oder mit bei Ihnen wohnt (A).

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