Lumia Stiftung

Langzeitentlastung

Entlastungsbetrag

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die zu Hause gepflegt werden, haben – unabhängig von der Höhe des Pflegegrades – einen Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag.

Hierbei handelt es sich um einen monatlich bei der Pflegekasse zur Verfügung stehenden Betrag in Höhe von 125 Euro, der nur für bestimmte Leistungen einzusetzen ist und nicht ausgezahlt wird.

Die Nutzung des Entlastungsbetrages ist in § 45 b des Sozialgesetzbuchs 11 (SGB XI) beschrieben.

Einsatzmöglichkeiten:
  • Kosten, die im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen der Kurzzeitpflege oder der Tages- und Nachtpflege entstehen. So können etwa die anfallenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung in einer Einrichtung über den Entlastungsbetrag finanziert werden.
  • Leistungen von zugelassenen Pflegediensten, bei denen es sich um betreuende und alltagsgestaltende Angebote (zum Beispiel Spazierengehen, Vorlesen) oder Hilfen bei der Haushaltsführung handelt und nicht um pflegerische Leistungen im Bereich der Körperpflege und Ernährung.
  • Nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Solche Angebote werden oft von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen durchgeführt. Diese können die allgemeine Betreuung in Form eines Gruppenangebots oder individuell bei Ihnen zu Hause übernehmen. Gängige, in der Regel anerkannte Möglichkeiten sind beispielsweise Familienentlastende beziehungsweise -unterstützende Dienste oder Freizeit- und Ferienangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Aber auch Haushaltshilfen, Alltagsbegleiter oder Pflegebegleiter können als Angebot zur Unterstützung im Alltag über den Entlastungsbetrag finanziert werden.
Illustration pflegerische Versorgung

Wichtig:
Leistungen der Selbstversorgung wie die Körperpflege und Ernährung können mit dem Entlastungsbetrag nicht beansprucht werden; wobei notwendige pflegerische Hilfen bei der Betreuung zum Teil durchaus übernommen werden. Hier sind individuelle Absprachen zu treffen.

Wird die Leistung von hochgerechnet 1.500 Euro jährlich in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Anteil noch bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen und genutzt werden. Eine Auszahlung des Betrages ist aber in keinem Fall möglich.

Sofern voll oder anteilig Pflegesachleistung bezogen wird und mindestens Pflegegrad 2 besteht, gibt es die Möglichkeit, maximal 40 Prozent der monatlichen Pflegesachleistung für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag einzusetzen, wenn diese nicht bereits ausgeschöpft ist. Das ist in der Regel besonders attraktiv für Menschen, die einen höheren Betreuungs- als Pflegebedarf haben.

Der Entlastungsbetrag muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Entweder verrechnet die Kasse dann direkt mit dem von Ihnen ausgewählten Anbieter oder Sie reichen die Belege/Rechnungen bei der Pflegekasse ein und erhalten eine Kostenerstattung.

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