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Nach der Reha

Versorgung außerhalb des Elternhauses

In der stationären Versorgung gibt es verschiedene Modelle, die je nach individueller Situation unterschiedlich gut geeignet sind.

Wohnformen und Finanzierung
 
  • Spezialisierte Einrichtungen (häufig auch Wachkomazentrum genannt) sind ganz speziell auf diese Patienten-Zielgruppe ausgerichtet. Die Ausstattung dieser sogenannten Phase-F-Einrichtungen ist auf Schwerstpflege zugeschnitten, häufig gibt es auch spezialisierte sinnesanregende Angebote (Snoezelen, basale Stimulation).
  • Spezialstationen in Pflegeheimen (meist Seniorenheime) bieten für Menschen mit schweren erworbenen Hirnschädigungen einen übersichtlichen Bereich mit speziell qualifiziertem Personal und der Möglichkeit, die jeweils notwendigen Therapien zu erhalten. Oft gibt es diese Unterbringungsmöglichkeit wohnortnah.
  • Wohnheime der Behindertenhilfe gibt es speziell für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit körperlichen, geistigen oder mehrfachen Behinderungen. Der Schwerpunkt dieser Einrichtungen liegt in der Regel auf der Eingliederung und Förderung der Menschen mit Behinderung. Die Freizeitgestaltung spielt dabei beispielsweise eine wesentliche Rolle. Welchen pflegerischen und medizinischen Anforderungen entsprochen werden kann, ist von Wohnheim zu Wohnheim unterschiedlich und somit individuell zu klären. 

Die Finanzierung erfolgt meist als Kombination aus den Leistungen verschiedener Kostenträger: Pflegeversicherung, Sozialleistungsträger und gegebenenfalls Krankenversicherung, und ein Anteil, der selber bzw. durch die Eltern zu erbringen ist. Bei volljährigen Kindern in stationärer Versorgung wird das elterliche Einkommen ab 100.000€ berücksichtigt.

Lassen Sie sich in dieser Frage individuell von der Einrichtungsleitung beraten. 

Illustration Einrichtungen
  • Pflege-WGs haben das Konzept einer Wohngemeinschaft und gelten nicht als stationäre Versorgung: Die Bewohner nutzen die Infrastruktur einer behindertengerechten Wohnung und die Dienstleistungen eines Pflegedienstes gemeinsam. In großen Städten werden solche WGs teilweise auch von Pflegediensten organisiert. Zu den Kosten für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung kommen Miet- und Nebenkosten und Kosten für weitere gegebenenfalls notwendige Dienstleistungen. Die Finanzierung ist nicht immer vollständig durch Pflegeversicherung, Krankenversicherung und Sozialamt gedeckt; dann ist eine private Zufinanzierung oder eine Zufinanzierung durch Spenden notwendig.
Name Theo

Theos Eltern haben sich für dieses Modell entschieden. Inzwischen spüren seine Eltern Entlastung, weil die pflegerische Versorgung nicht mehr bei ihnen liegt, anfangs war die Umgewöhnung aber für die gesamte Familie herausfordernd. Als Theo mehrere Infekte hatte, musste seine Familie erst lernen, dem Pflegeteam voll zu vertrauen und bei seiner Versorgung nicht mehr an erster Stelle zu stehen. Die Organisation der Abläufe in der Pflege-WG, die sie ja selbst mitgegründet haben, bindet derzeit noch viel Zeit. Sie finden es aber gut, auf diese Weise noch beteiligt zu sein.

  • Wenn Ihr Kind bereits volljährig ist, kann es auch eine Option sein, dass es in einer eigenen Wohnung versorgt wird. Das ermöglicht Ihrem Kind eine altersgerechte und möglichst eigenständige Wohnform, deren Umsetzung jedoch viel Kraft und Einsatz fordert.

    Bei dieser Art der Versorgung ist es besonders wichtig, dass der Pflegedienst und gegebenenfalls Assistenten absolut zuverlässig sind. Außerdem müssen ebenso wie bei der Versorgung im Elternhaus Therapeuten und gegebenenfalls Ärzte gefunden werden, die auch Hausbesuche machen. Zusätzlich kann es auch schwierig sein, den erforderlichen barrierefreien Wohnraum zu finden.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, werden Sie nicht mehr selbst an der Pflege beteiligt sein, aber im engen Austausch mit den Pflegekräften stehen und somit auf Qualität und Anpassung Einfluss nehmen. Räumliche Nähe ist für die Abstimmung mit dem Pflegedienst, Besuche, gemeinsame Ausflüge etc. von Vorteil. Für die Finanzierung werden verschiedene Mittel herangezogen: Kranken- und Pflegeversicherung, Grundsicherung (Sozialamt) und eventuell private Zufinanzierung über Spenden (dies kann hilfreich sein, um die Versorgung vor allem am Anfang erst einmal zu beginnen und um abgesichert zu sein, falls Kostenträger später oder unvollständig zahlen). 

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