Lumia Stiftung

Nach der Reha

Unterstützung finden

Ein wohnortnahes Netz aus Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten und gegebenenfalls einem Pflegedienst unterstützt Sie bei der weiteren Versorgung Ihres Kindes.

 
Ärztliche Versorgung

Zu Hause erfolgt die weitere ärztliche Versorgung in der Regel über den Haus- beziehungsweise den Kinderarzt sowie die benötigten weiteren Fachärztinnen und -ärzte etwa aus der Neurologie oder Orthopädie. 

Wichtig:

Es ist nicht davon auszugehen, dass alle (Kinder-)Ärztinnen und Ärzte Erfahrungen im Umgang mit dem Krankheitsbild der schwersten erworbenen Hirnschädigung haben. Wir empfehlen Ihnen daher, schon vor der Entlassung aus der Rehaklinik mit der vertrauten Arztpraxis Kontakt aufzunehmen und zu erfragen, ob sie die weitere Betreuung übernehmen kann. Erkundigen Sie sich auch, ob Hausbesuche möglich sind oder Termine ausschließlich ambulant in der Praxis angeboten werden.

Die Verordnungen für Therapien, Medikamente sowie Hilfsmittel, die noch beziehungsweise fortlaufend benötigt werden, übernehmen die Haus-, Kinder- und Fachärztinnen und -ärzte. Aufgrund von Budgetbeschränkungen kann es dazu kommen, dass Arztpraxen häufige und/oder regelmäßige Verordnungen als problematisch betrachten. In dem Fall können Sie auf die sogenannten besonderen Verordnungsbedarfe hinweisen, anhand deren es möglich wird, die Budgetgrenze aufzuweichen.

Für Therapien (Heilmittelbehandlungen) gibt es zudem langfristige Verordnungen, die außerhalb des Praxisbudgets laufen (Verordnungen außerhalb des Regelfalls). Auch für Ihr Kind hat das den Vorteil, dass Sie nur ein bis zwei Mal im Jahr wegen einer neuen Verordnung die Arztpraxis aufsuchen müssen. Sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Bedenken bezüglich des Budgets äußern, bitten Sie ihn oder sie, diese beiden Möglichkeiten der besonderen Verordnungsbedarfe und der Verordnung außerhalb des Regelfalls zu prüfen.

Illustration Unterstützung
Therapien

Das ärztliche Personal in der Rehabilitationsklinik spricht in der Regel bereits Empfehlungen über die Häufigkeit von Therapien aus, die die Haus- beziehungsweise Kinderarztpraxis in Zukunft verordnen soll. Kinder im Wachkoma oder einer nachfolgenden Entwicklungsphase erhalten in der Regel mindestens einmal wöchentlich Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Die Häufigkeit der Therapien nimmt damit im Vergleich zur Rehaklinik deutlich ab. Therapieformen wie die Musiktherapie oder die tiergestützte Therapie, die in manchen Kliniken zum Alltag gehören, werden von den Krankenkassen ambulant meist nicht mehr finanziert.

Es ist nicht immer leicht, geeignete Therapeutinnen und Therapeuten zu finden, die sowohl Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Menschen mit schwersten Hirnschädigungen als auch im Umgang mit Kindern haben. Das bezieht sich auch auf die Suche nach bestimmten Therapieverfahren, die Eltern aus der Reha kennen (zum Beispiel Bobath, Vojta, Affolter, Castillo Morales) und häufig gerne ambulant fortsetzen lassen würden.

Eine wichtige Überlegung bei der Auswahl ist, ob die Therapeutinnen und Therapeuten bereit sind, Hausbesuche abzustatten, oder ob die Praxis für Sie und Ihr Kind gut zu erreichen ist. Manchmal kann die therapeutische Versorgung auch im Kindergarten, in der Schule oder in der Tagesförderstätte erfolgen.

Unser Tipp:

Wenn Sie Therapiemethoden kennenlernen, für die die Krankenkasse keine Kosten übernimmt, können Sie probieren, eine solche Therapie aus eigenen Mitteln oder, wenn das nicht möglich ist, durch Spenden zu finanzieren – diese können aus Ihrem privaten Umfeld oder von fördernden Stiftungen stammen. Sprechen Sie uns darauf gerne an.

 
Unterstützung bei der Pflege

Wenn Sie bei der Pflege Ihres Kindes zu Hause Unterstützung wünschen, können Sie die Hilfe eines Pflegedienstes nutzen. Dabei sind zwei verschiedene Leistungsarten zu unterscheiden: die Pflegesachleistung, die pflegerische Hilfe umfasst, und die Behandlungspflege, die medizinische Hilfe umfasst. Näheres zu diesem Unterschied finden Sie im nächsten Kapitel.

Bei der Auswahl eines geeigneten Pflegedienstes empfiehlt es sich, nach Möglichkeit einen spezialisierten (Intensiv-)Kinderkrankenpflegedienst zu beauftragen. Leider sind diese gerade in ländlichen Regionen nur vereinzelt vertreten. Auch der deutschlandweite Fachkräftemangel macht es ratsam, schon frühzeitig mit der Suche zu beginnen. Bevor ein Vertrag abgeschlossen wird, kommt es zu einem persönlichen Kennenlernen. Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des Pflegedienstes besuchen die Familie dann meistens noch in der Rehaklinik.

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