Lumia Stiftung

Selbstfürsorge

Sich verlassen können

Sie werden eventuell erleben, dass sich Menschen aus Ihrem Leben zurückziehen, von denen Sie es nie erwartet hätten. Eine solche Erfahrung ist verletzend und enttäuschend. Der Kreis von nahestehenden Menschen, denen Sie vertrauen und auf die Sie sich verlassen können, wird kleiner.

Diejenigen, die nach wie vor an Ihrer Seite stehen, sind wirklich gute Freunde, die Ihnen bei der Bewältigung Ihrer neuen Lebenssituation viel Kraft geben können.

„Bekannte kommen und gehen,
Freunde bleiben.“

Ein guter Freund oder eine gute Freundin wird

  • Sie zeitlich entlasten,
  • einfach da sein,
  • ein guter Gesprächspartner sein,
  • Sie liebevoll umsorgen,
  • mit Ihnen gemeinsam Ihre Gefühle aushalten,
  • Sie schweigend verstehen

und vielleicht einiges mehr, wenn Sie es zulassen.

Illustration Trauer
Trauern und Abschied nehmen

In unserer Kultur wird Trauer überwiegend mit Tod verbunden. Eltern berichten uns manchmal, dass sie es als befremdlich oder schuldhaft erfahren, dass sie Trauer über den Verlust ihres gesunden Kindes empfinden, da es doch am Leben ist. Es ist überhaupt nicht befremdlich, dass Sie trauern, denn Sie müssen Abschied nehmen von Wünschen und Fantasien, die Sie für Ihr gesundes Kind hatten, und auch Abschied nehmen von der Hoffnung, dass Ihr Kind einmal wieder genau so wird, wie es vor dem Unfall war.

Wenn Sie Ihre Trauer vermeiden, birgt das die Gefahr, dass sich Ihre Kräfte zunehmend erschöpfen und es für Sie immer mühsamer wird, für Ihr Kind zu sorgen.

Sie fragen sich möglicherweise, wie Sie Ihre Trauer zulassen können, wenn Sie den größten Teil des Tages in die Betreuung und Pflege Ihres Kindes eingebunden sind? Vielleicht helfen Ihnen kleine Rituale als symbolische Handlungen, die sie verlässlich in Ihren Alltag einbinden können. In wertschätzender Erinnerung an die Zeit vor dem Unfall können Sie Rituale Ihres Kindes mit ihm gemeinsam fortführen. In diesem Moment fühlen Sie sich Ihrem Kind vermutlich in ganz besonderer Weise verbunden und können eventuell Gefühle zulassen, die in Ihrem Pflegealltag keinen Platz finden.

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