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Der Weg zum Pflegegrad

Leistungen der Pflegeversicherung erhalten Sie nur auf Antrag. Die Höhe der Leistungen berechnet sich nach dem Pflegegrad Ihres Kindes.

Der Weg zum Pflegegrad beginnt mit Ihrem Antrag bei der Pflegeversicherung; ein formloser Antrag genügt.

Daraufhin besucht eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des MDK (medizinischer Dienst der Krankenversicherung; ab Juni 2021 umbenannt in MD) Sie und Ihr Kind und befragt Sie zum Zustand Ihres Kindes, zu dessen Selbstständigkeit und zur anfallenden Pflege. Der Besuch kann zu Hause oder in einer Einrichtung stattfinden. In Einzelfällen kann die Begutachtung auch durch andere unabhängige Gutachter durchgeführt werden, bei privat Versicherten in der Regel durch Medicproof.

Wichtig: 

Die Pflegeversicherung muss innerhalb von 25 Tagen nach Antragstellung reagieren. Wenn Sie sich noch im Krankenhaus oder in der Rehaklinik befinden, sogar innerhalb von einer Woche. Lässt sich die Pflegeversicherung mehr Zeit, muss sie Ihnen 70 € für jede angefangene Woche Fristüberschreitung zahlen.

Illustration Pflegegrad mobile

 

 

Wenn Sie sich näher darüber informieren möchten, welche Punkte relevant für die Begutachtung sind, können Sie die „Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit“ unter „Feststellung von Pflegebedürftigkeit bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren“ (ab Seite 108) hinzuziehen: „Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit“ (PDF)

 

Der MDK (bzw. ab Juni 2021 der MD) stellt den Unterstützungsbedarf bei Ihrem Kind fest und nimmt im Anschluss eine entsprechende Einstufung in einen Pflegegrad vor. Das Ergebnis leitet er der Pflegekasse zu. Von dieser erhalten Sie dann einen Bescheid.

Der Pflegegrad entscheidet über die Höhe der finanziellen Leistungen, die von der Pflegekasse übernommen werden. 

Wenn Sie mit der Einstufung nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb eines Monats formlos Widerspruch dagegen erheben. Diesen Widerspruch richten Sie gegen den Bescheid der Pflegekasse. Eine Begründung können Sie nach Ablauf der Frist nachreichen.

 

Die Begründung zu erarbeiten ist etwas aufwendiger. Gehen Sie das Gutachten durch und markieren Sie die Stellen, mit denen Sie nicht einverstanden sind. Es empfiehlt sich, konkrete Umstände für Ihren Widerspruch zu benennen, etwa warum Ihrer Ansicht nach ein geringeres Maß an Selbstständigkeit vorliegt als im Gutachten angegeben. Eine gute Argumentationshilfe bietet auch das oben genannte und verlinkte Begutachtungsinstrument. Dort können Sie nachschlagen, unter welchen Voraussetzungen Sie einen höheren Unterstützungsbedarf für Ihr Kind geltend machen können, um damit entsprechend zu argumentieren.

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